Wirkt Feldenkrais positiv auf die Psyche?

Körper und Psyche sind keine getrennten Systeme – sie kommunizieren ständig miteinander. Wenn wir unter Druck stehen, reagiert der Körper sofort: die Atmung wird flacher, der Nacken verspannt sich, der Magen meldet sich. Diese Reaktionen geschehen unbewusst – und sie verstärken den inneren Zustand oft noch zusätzlich. Ein Kreislauf der sich selbst nährt.

Was viele nicht wissen: dieser Kreislauf funktioniert auch in die andere Richtung. Nicht nur beeinflusst die Psyche den Körper – der Körper beeinflusst ebenso die Psyche. Verändert sich die Körperhaltung, die Atmung oder die Muskelspannung, verändert sich auch der innere Zustand. Die Neurowissenschaft bestätigt heute zunehmend was Feldenkrais schon seit Jahrzehnten in der Praxis nutzt: Bewegung und Wahrnehmung sind direkt mit emotionalen und mentalen Prozessen verbunden.

Feldenkrais setzt nicht bei den Gedanken an – sondern beim Körper. In einer Einzelsitzung wirst du durch feine, präzise Bewegungen geführt. Nicht um etwas zu korrigieren oder zu leisten, sondern um neu wahrzunehmen. Wie du liegst, wie du atmest, wo du hältst ohne es zu merken. Oft sind es genau diese unbewussten Haltemuster die uns innerlich festhalten – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.

In diesem Raum der Aufmerksamkeit beginnt etwas zu geschehen: Spannungsmuster lösen sich, der Atem vertieft sich, das Nervensystem findet zurück in den Zustand der Ruhe. Und mit dem Körper verändert sich auch das Innere – Gedanken beruhigen sich, Gelassenheit und Klarheit werden wieder zugänglich. Nicht weil man daran gearbeitet hat. Sondern weil der Körper den Weg gezeigt hat.

Feldenkrais ist damit mehr als Körperarbeit. Es ist ein Weg, sich selbst neu kennenzulernen – durch Bewegung, Wahrnehmung und die stille Intelligenz des eigenen Körpers.

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Hochsensibel - und was das mit dem Nervensystem zu tun hat.